Das geheimnisvolle Haus am Ende der Straße

Ein neues Zuhause

Mia, Tom, Lea und Ben waren alle noch recht neu in der Nachbarschaft. Sie kannten hier noch niemanden, also streiften sie neugierig durch die Straßen.

„Da vorne“, sagte ein älteres Mädchen, das sie kennenlernten, „steht das Gespensterhaus. Geht da bloß nicht hin!“

„Warum?“ fragte Mia.

„Weil dort spukt es“, flüsterte das Mädchen. „Jeder, der reingeht, hört komische Geräusche!“

Natürlich beschlossen die vier Freunde sofort: Da müssen wir hin.

Das Haus am Ende der Straße

Am nächsten Tag standen sie davor. Das Haus war alt, die Fensterläden schief, Efeu wucherte an den Mauern. Der Garten war verwildert und das Tor quietschte laut, als sie es aufstießen.

„Na los“, sagte Tom mutig, obwohl er selbst Gänsehaut hatte.

Drinnen war es kühl. Der Boden knarrte bei jedem Schritt. Staub tanzte im Licht, das durch die Fenster fiel.

Und dann hörten sie es: ein leises Schluchzen.

Das geheimnisvolle Schluchzen

„Habt ihr das gehört?“ flüsterte Lea.

„Klang wie… weinen“, sagte Ben.

Sie folgten dem Geräusch bis in ein großes Zimmer. Dort stand ein Schaukelstuhl, der sich ganz langsam bewegte.

Plötzlich – wusch! – wehte ein kalter Luftzug und eine durchsichtige Gestalt erschien: ein kleiner Geist, kaum größer als sie selbst, mit traurigen Augen.

Alle schrien erschrocken auf.

„Bitte… bleibt!“ sagte der Geist leise. „Ich will euch nichts tun.“

Ein einsamer Freund

Die Kinder hielten inne. Der Geist sah wirklich nicht gefährlich aus – eher traurig.

„Warum weinst du?“ fragte Mia vorsichtig.

„Weil alle vor mir Angst haben“, seufzte der Geist. „Ich wohne schon so lange hier und niemand will mit mir spielen. Dabei will ich nur Freunde.“

Die Kinder sahen sich an.

„Wir haben auch noch nicht viele Freunde hier“, sagte Lea. „Vielleicht… können wir ja deine sein?“

Die Augen des Geistes begannen zu leuchten. „Wirklich?“

Das Gespensterhaus wird lebendig

Von da an trafen sie sich öfter im alten Haus. Der Geist – er hieß Emil – zeigte ihnen geheime Verstecke, ließ Staubflocken wie Schneeflocken tanzen und erzählte Geschichten aus der Vergangenheit des Hauses.

Manchmal erschreckte er die anderen Kinder aus Spaß ein bisschen, aber nie böse – und nur, wenn sie selbst mitlachten.

Bald hieß das Haus in der Straße nicht mehr „das Gespensterhaus“, sondern „Emils Haus“.

Und wer dort hineinging, hörte kein Schluchzen mehr – sondern Kinderlachen.

Portrait des Autors
Autor · SEO · Nerd

Matt Pülz

Matt ist SEO mit einer Leidenschaft für das Schreiben. Er liebt Horrorgeschichten und kreatives Schreiben im Allgemeinen.

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